Geboren in Sant'Angelo di Gatteo in eine Schneiderfamilie, spielte er
schon mit sechzehn Jahren in einem Orchester. 1928, mit zweiundzwanzig, stellte er ein
Sextett mit Saxophon und Schlagzeug zusammen — Instrumente, die damals in einer
romagnolischen Tanzkapelle niemand verwendete.
Er komponierte 1.078 Stücke. Eines davon, geschrieben im Jahr
1954, wurde zu dem Lied, das man in Italien auswendig mitsingt, auch
ohne zu wissen, dass man es kann.
In Gatteo Mare, auf der Piazza Romagna Mia, steht ein Stein mit dem
Meister beim Violinspiel und einer Liedzeile, ein Werk des Künstlers Tito Neri. Unweit
davon ein Herz aus Eisen, vor dem sich alle fotografieren lassen.
Das Haus, in dem er lebte und komponierte, steht in der Via I Maggio, und die Verse
sind in die Fassade eingemeißelt.
Und das ist noch nicht alles: auch Raoul Casadei, der Neffe, der den
liscio ins Fernsehen brachte, wurde in Sant'Angelo di Gatteo geboren — am 15. August
1937. Beide Väter des romagnolischen liscio wurden in diesem Ortsteil
geboren.
In Sant'Angelo gibt es seit 2009 einen Kreisverkehr, der Secondo Casadei gewidmet ist
und die Silhouette seines Orchesters nachbildet. Das Museo Secondo
Casadei hingegen befindet sich in Savignano sul Rubicone,
7,3 km entfernt: Dort ist das Studio zu sehen, in dem er von 1957 bis 1971 arbeitete,
und seine Violine. Er ist dort begraben, unter einer Statue von Tito Neri — demselben
Bildhauer wie beim Stein auf der Piazza Romagna Mia.